Eine Reise durch die Literatur

Horizontal scrollen und eine Epoche auswählen. Die Zeitabstände sind nicht maßstabsgetreu.

  1. 750 – 1500 Mittelalter HANDSCHRIFT, STIMME, ÜBERLIEFERUNG Epoche entdecken
  2. 750 – 1170 Frühes Mittelalter ANFÄNGE VOLKSSPRACHIGER DICHTUNG Epoche entdecken
  3. 1170 – 1270 Hohes Mittelalter MINNE UND ÖFFENTLICHE REDE Epoche entdecken
  4. 1270 – 1500 Spätes Mittelalter NEUE STIMMEN AM ENDE DES MITTELALTERS Epoche entdecken
  5. 1470 – 1600 Renaissance und Humanismus BILDUNG, BUCHDRUCK, REFORMATION Epoche entdecken
  6. 1470 – 1600 Renaissance ANTIKE VORBILDER, NEUE ÖFFENTLICHKEITEN Epoche entdecken
  7. 1600 – 1720 Barock ZWISCHEN WELTLUST UND VERGÄNGLICHKEIT Epoche entdecken
  8. 1720 – 1785 Aufklärung VERNUNFT WIRD ÖFFENTLICH Epoche entdecken
  9. 1740 – 1780 Empfindsamkeit GEFÜHL ALS ERKENNTNIS Epoche entdecken
  10. 1765 – 1785 Sturm und Drang DAS ICH SPRICHT MIT EIGENER STIMME Epoche entdecken
  11. 1785 – 1830 Klassik FREIHEIT BRAUCHT GESTALT Epoche entdecken
  12. 1800 – 1835 Romantik DIE WELT WIRD MEHRDEUTIG Epoche entdecken
  13. 1820 – 1855 Biedermeier DAS LEISE IST NICHT HARMLOS Epoche entdecken
  14. 1830 – 1850 Vormärz VERSE MISCHEN SICH EIN Epoche entdecken
  15. 1850 – 1900 Realismus WIRKLICHKEIT WIRD GESTALTET Epoche entdecken
  16. 1880 – 1910 Jahrhundertwende DIE MODERNE HAT VIELE ANFÄNGE Epoche entdecken
  17. 1880 – 1900 Naturalismus GENAU HINSEHEN, NICHT BESCHÖNIGEN Epoche entdecken
  18. 1905 – 1925 Expressionismus DIE WELT GERÄT AUS DEN FUGEN Epoche entdecken
  19. 1925 – 1950 Zwischenkriegszeit, Exil und Krieg SACHLICHKEIT, EXIL, ZEUGENSCHAFT Epoche entdecken
  20. 1945 – heute Nachkriegsliteratur und Gegenwart NEU ANFANGEN, WEITERFRAGEN Epoche entdecken

Epochen überschneiden sich. Ihre Grenzen sind Orientierungspunkte, keine festen Trennlinien.

1270 – 1500 · NEUE STIMMEN AM ENDE DES MITTELALTERS

Spätes Mittelalter.

Persönliche Erfahrung, religiöse Bildkunst und internationale Liedformen erweitern die Traditionen höfischer Poesie.

HINTERGRÜNDE UND ZUSAMMENHÄNGE

Die Epoche verstehen

Wandel statt plötzlicher Bruch

Das späte Mittelalter führt ältere poetische Formen fort und verändert ihre sozialen Räume. Höfe bleiben bedeutsam; städtische Öffentlichkeiten, geistliche Gemeinschaften und neue Formen der Schriftverbreitung gewinnen hinzu. Religiöse Dichtung steht neben Liebeslied, Spruch und persönlicher Selbstdarstellung. Die Grenze zur Renaissance ist deshalb durchlässig und wird je nach Fragestellung unterschiedlich gezogen.

Ein vielstimmiges lyrisches Ich

Oswald von Wolkensteins Lieder verbinden Lebensrückblick und Rolleninszenierung, Liebesklage und Naturwahrnehmung. Ihre musikalische Gestaltung steht im Austausch mit europäischen Liedformen. Das macht sie zu besonders ergiebigen Beispielen: Persönlich wirkende Erfahrungen werden zu kunstvoll gebauten Liedern. Frauenlobs Marienleich zeigt daneben, wie weit religiöse Dichtung ihre sprachlichen und klanglichen Möglichkeiten ausdehnen kann.

Klang, Frömmigkeit und Übertragung

Die fünf Werkhinweise eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Epoche. Mehrstimmiges Lied, Liebesklage und geistlicher Gesang gehören nicht derselben Gebrauchssituation an. Bei der Lektüre sollte daher nach Aufführung, Publikum und Überlieferungsform gefragt werden. Neuhochdeutsche Übertragungen sind eigenständige Bearbeitungen; sie sollten nicht stillschweigend mit einem mittelalterlichen Wortlaut gleichgesetzt werden. Die Quellen führen zu Textüberlieferungen beziehungsweise wissenschaftlichen Ausgaben.

MENSCHEN HINTER DEN WORTEN

Dichter dieser Epoche

0 Profile im Archiv

Die Verknüpfungen des historischen Archivs werden durch redaktionelle Zuordnungen ergänzt. Sie beziehen sich auf Werkphasen und lassen Überschneidungen zu.

Für diese Epoche sind noch keine benannten Dichterprofile im Archiv vorhanden. Die Werkbeispiele führen zu überlieferten Texten und weiterführenden Quellen.

EIN LESEWEG DURCH DIE EPOCHE

Fünf prägende Gedichte

Eine redaktionelle Auswahl, kein abschließender Kanon: Zu jedem Werk erfahren Sie, warum es die Epoche anschaulich macht. Bei mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Texten gehören auch Lieder und längere Versdichtungen dazu. Verfügbare Gedichte öffnen Sie im Archiv, weitere Werke über die angegebene Quelle.

Oswald von Wolkenstein

Es fügt sich

Das rückblickende Sprecher-Ich inszeniert ein bewegtes Leben zwischen Reisen, höfischen Bindungen und persönlicher Erfahrung.

Nachweis in der Lieder-Ausgabe ↗

Oswald von Wolkenstein

Der mai mit lieber zal

Naturklang und musikalische Gestaltung machen das Lied zu einem Beispiel des europäischen Austauschs spätmittelalterlicher Liedkunst.

Nachweis in der Lieder-Ausgabe ↗

Oswald von Wolkenstein

Ach senleiches leiden

Die Liebesklage führt die Tradition des Minnelieds in einer klanglich differenzierten persönlichen Sprechweise weiter.

Nachweis in der Lieder-Ausgabe ↗

Frauenlob

Marienleich

Das große Marienlob verbindet religiöse Deutung mit virtuoser Wortbildung, vielschichtiger Symbolik und komplexer Form.

Werkverzeichnis und Textquellen ↗

Die Zuordnung und die Kurzdeutungen sind redaktionelle Einordnungen. Externe Werkbelege können zu Textausgaben, Werkverzeichnissen oder wissenschaftlichen Besprechungen führen. Sie ergänzen die Sammlung, ohne geschützte Volltexte hier zu übernehmen.