Rainer-Maria Rilke

Der Tod

Da steht der Tod, ein bläulicher Absud in einer Tasse ohne Untersatz. Ein wunderlicher Platz für eine Tasse: steht auf dem Rücken einer Hand. Ganz gut erkennt man noch an dem glasierten Schwung den Bruch des Henkels. Staubig. Und: >Hoff-nung< an ihrem Bug in aufgebrauchter Schrift. Das hat der Trinker, den der Trank trifft, bei einem fernen Frühstück ab-gelesen. Was sind das für Wesen, die man zuletzt wegschrecken muss mit Gift? Blieben sie sonst? Sind sie denn hier vernarrt in dieses Essen voller Hindernis? Man muss ihnen die harte Gegenwart ausnehmen, wie ein künstliches Gebiss. Dann lallen sie. Gelall, Gelall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . O Sternenfall, von einer Brücke einmal eingesehn - : Dich nicht vergessen. Stehn!