Walther von der Vogelweide

Halmorakel

(nach Friedrich Maurer)

In einem zwivellichen wan was ich gesezzen und gedahte, ich wollte von ir dienste gan, wan daz ein trost mich wider brahte. Trost mag ez rehte niht geheizen, owe dez! ez ist vil kume ein kleines troestelin: so kleine, swenne ichz iu gesage, ir spottet min, doch fröut sich lützel ieman, er enwizze wes. Mich hat ein Halm gemachet fro: er giht, ich sül genade vinden. Ich maz daz selbe kleine stro, als ich hie vor gesach von kinden. Nu hoeret unde merket ob siz denne tuo: "si tuot, si entuot, si tuot, si entuot, si tuot". swie dicke ich also maz, so was daz ende ie guot, daz troestet mich: da hoeret ouch geloube zuo. Swie liep si mir von herzen si, so mac ich nu doch wol erliden daz ir sin ie die besten bi, ich darf ir werben da niht niden. Ichn mac, als ich erkenne, des gelouben niht Dazs ieman sanfte in zwivel bringen müge. mirst liep daz die getrogenen wizzen waz si trüge, und alze lanc dazs iemer rüemic man gesiht.