Joachim Ringelnatz

Neigung zum Nichts

Betrübter Geist, du hast dich gern geschlagen Die Hoffnung, deren Sporen Feuer wecken, Besteigt dich nicht mehr. Darfst dich ruhig strecken Du altes Naß, wo Hindernisse ragen. Schlaf wie ein Tier, mein Herz, hör auf zu fragen. Bezwungener Geist! Nichts konnte dich erschrecken, Magst keine Liebe, keinen Streit mehr wagen! Leb wohl, Trompetenklang und Flötenklagen! Vergnügen soll mein schmollend Herz nicht wecken! Die Zeit verschlingt mich, die Minuten jagen, Schneeflocken gleich, die starre Körper decken, Weit seh ich rungs den ERdball sich erstrecken, Dem Schutz der Hütte will ich mich entsagen, Lawine, willst du mich zum Abgrund tragen?