Clemens Brentano

Wie sich auch die Zeit will wenden, enden

Wie sich auch die Zeit will wenden, enden Will sich nimmer doch die Ferne, Freude mag der Mai mir spenden, senden Möcht Dir alles gerne, weil ich Freude nur erlerne, Wenn Du mit gefaltnen Händen Freudig hebst der Augen Sterne. Alle Blumen mich nicht grüßen, süßen Gruß nehm ich von Deinem Munde. Was nicht blühet Dir zu Füßen, büßen Muß es bald zur Stunde, eher ich auch nicht gesunde, Bis Du mir mit frohen Küssen Bringest meines Frühlings Kunde. Wenn die Abendlüfte wehen, sehen Mich die lieben Vöglein kleine Traurig an der Linde stehen, spähen Wen ich wohl so ernstlich meine, daß ich helle Tränen weine, Wollen auch nicht schlafen gehen, Denn sonst wär ich ganz alleine. Vöglein euch mag's nicht gelingen, klingen Darf es nur von ihrem Sange, Wie des Maies Wonneschlingen, fingen Alles ein in neuem Zwange; aber daß ich Dein verlange Und Du mein, mußt Du auch singen, Ach das ist schon ewig lange.