Clemens Brentano

Amor

An dem Feuer saß das Kind Amor, Amor und war blind; Mit dem kleinen Flügel fächelt In die Flammen er und lächelt, Fächle, lächle, schlaues Kind. Ach, der Flügel brennt dem Kind! Amor, Amor läuft geschwind. O wie ihn die Glut durchpeinet! Flügelschlagend laut er weinet; In der Hirtin Schoß entrinnt Hilfeschreiend das schlaue Kind. Und die Hirtin hilft dem Kind, Amor, Amor bös und blind. Hirtin, sieh, dein Herz entbrennet, Hast den Schelmen nicht gekennet. Sieh, die Flamme wächst geschwinde. Hüt dich, hüt dich vor dem schlauen Kind! Fächle, lächle, schlaues Kind!