August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Am Strande der Zeit

Laß die wilden Wogen toben ! Ruhig weil‘ ich hier am Strand. Ach ! Mein Heil, es ist nur droben, droben nur mein Vaterland. Droben in den schlichten Räumen wird für mich ein Ruhziel sein Für mein Sehnen, für mein Träumen, meinen Herzens stille Pein. Hier und drüben seh‘ ich schleichen nur der Freiheit Schatten noch, und der Freude Farben bleichen in der langen Knechtschaft Joch. All das Reden, Streiten, Raten tönet mir wie Unkenschrei; kaum noch Worte sind die Taten, bald auch ist‘ s damit vorbei. Ach ! Was sollen unsere Sänge voll von Freiheitslieb und Drang ? Es verhallen alle Klänge und das Leben wie ein Klang.